Mittwoch, 12. April 2017

Was ist ein Passenger Name Record (PNR)?

Passenger Name Record heißt der Fluggastdatensatz zur Flugreservierung. Er ist unter dem Reservierungscode, Buchungscode oder Filekey im Globalen Distributionssystem (GDS) gespeichert.

Fluggastdatenspeicherung
Fluggastdatenspeicherung © Yuri Arcurs - Fotolia.com
Fluggastdatenspeicherung

Im Fluggastdatensatz werden alle Daten und Vorgänge rund um eine Flugbuchung (auch Hotel- oder Mietwagenbuchung) elektronisch aufgezeichnet. Diese Daten sind über einen gewissen Zeitraum auch nach Ende der Flugreise noch im jeweiligen Reservierungssystem gespeichert.

Welche Fluggastdaten enthält ein PNR?

  • Datum, an dem der PNR erstmals angelegt wurde sowie nachfolgende Änderungen
    flugspezifischer Daten:
  • Namensfeld mit Name, Vorname, Geschlecht, Geburtsdatum, IP-Adresse
  • Ticket-Daten (Ticketnummer, gebuchter Tarif = Fare, Ausstellungsort, Ticketaussteller, Ticketing, etc)
  • Flugdaten mit Flugnummer, Flugtag(e) und -strecke(n), Flugzeiten, Flugdauer, Fluggerät, Strecke, Status und Buchungscode der Fluggesellschaft (Record Locator, Filekey)
  • Buchungsklasse (jedem Flugtarif ordnet die Fluglinie eine Bezeichnung zu, um später auch den richtigen Tarif berechnen zu können)
  • Wohnadresse und Telefonnummer eines oder mehrerer Passagiere
  • Adresse und Telefonnummer am Zielort, um bei Änderungen des Flugplans einen Passagier erreichen zu können
  • Kontaktdaten des Fluggastes und des Reiseveranstalters/-büros
  • interne Bemerkungen und Codes für automatisierte Prozesse im Hintergrund (Remarks)
  • sofern eingegegeben: Vielfliegernummer, reservierte Sitzplätze, Passdaten
  • zusätzliche Informationen an die Fluggesellschaften (OSI Elemente), z.B. Zugehörigkeit zu einer weiteren Buchung, Splittung/Teilung einer Buchung
  • Zahlungsinformationen (sofern mit Kreditkarte bezahlt, die letzten vier Ziffern der zur Ticketausstellung verwendeten Kreditkarte und Ablaufdatum der Kreditkarte)
  • Historie mit chronologischem Verlauf fast aller Eingaben und Änderungen mit Uhrzeit und Datum
  • Codeshare-Information: wenn eine andere Fluggesellschaft als die durch die Flugnummer angeführte den Flug ausführt
  • Reisestatus des Passagiers: welche Strecken bereits abgeflogen sind und welche er noch vor sich hat
  • E-Mail-Adresse
  • allgemeine Bemerkungen
  • Sitzplatzinformationen: welcher Status (auf Anfrage, bestätigt usw.) und dann die Sitzplatznummer
  • Nummern der Gepäckanhänger (baggage tags)
  • Historie über nicht angetretene Flüge (no show)
  • Fluggäste mit Flugschein, aber ohne Reservierung (go show)
  • spezielle Serviceanforderungen z. B. bezüglich Essen (koscher, vegetarisch u. a., Rollstuhlservice, Sondergepäck), so genannte OSI- und SSI/SSR– (Sensitive Security Information/Special Service Requests) Elemente
  • Information über den Auftraggeber (received from)
  • alle Änderungen des PNR mit Datum, Uhrzeit und Aktion (PNR-History)
  • Zahl der Reisenden im PNR
  • etwaige APIS-Informationen (Advance Passenger Information System)
  • ATFQ-Felder (automatische Tarifabfrage)
  • ggf. alle zu einer Mietwagen- oder Hotelbuchung gehörenden Daten (Bonuskonten einzelner Hotel- oder Mietwagenketten etc.)
Regelung der Verwendung von Fluggastdatensätzen

Das Europäische Parlament hat 21. April 2016 die Richtlinie zur Verwendung der PNR-Daten angenommen. Die Mitgliedstaaten haben zwei Jahre Zeit, um die Rechts- und Verwaltungsvorschriften in Kraft zu setzen.

Mit der Richtlinie soll die Übermittlung von PNR-Daten von Fluggesellschaften an die einzelstaatlichen Behörden sowie die Verarbeitung dieser Daten geregelt werden. Nach der neuen Richtlinie müssen die Fluggesellschaften bei Flügen in die EU oder aus der EU PNR-Daten übermitteln.

PNR-Daten dürfen ausschließlich zum Zweck der Verhütung, Aufdeckung, Aufklärung und strafrechtlichen Verfolgung von terroristischen Straftaten und schwerer Kriminalität verarbeitet werden.

Im Rahmen dieser Tätigkeiten können PNR-Daten zu folgenden Zwecken verwendet werden:
  • Überprüfung von Fluggästen vor der Ankunft oder vor dem Abflug nach festgelegten Risikokriterien oder zur Identifizierung bestimmter Personen,
  • als Beiträge zur Entwicklung dieser Risikokriterien,
  • für konkrete Ermittlungs- und Strafverfolgungszwecke.


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